Der offizielle Herbstanfang ist durch und somit rücken wir unser liebsten Fotojahreszeit wieder ein Stückchen näher. So langsam kommen also die Tage, an denen das Spektakel aus leuchtenden Rot-, Orange- und Gelbtönen startet.
Jetzt ist der Moment, Deine Kamera startklar zu machen und die ersten Herbst Fotos zu sammeln. Die Saison bietet drei starke Bühnen: die Goldene Stunde im Herbst mit warmem Licht, graue Tage für Nebel Fotos und Regen Fotos sowie kreative Sets drinnen für Stillleben Fotografie. Mit ein paar klaren Entscheidungen verwandelst Du jede Wetterlage in stimmungsvolle Bilder.
Goldene Stunde für satte Farben
Die Goldene Stunde ist ein Klassiker der Herbstfotografie. Das weiche Licht kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang sättigt die Farben und verleiht Blättern einen natürlichen Glanz. Stelle Dich so, dass das Licht seitlich oder von hinten auf Dein Motiv fällt. Denn Gegenlicht lässt die Blätter leuchten, besonders wenn die Sonne durch sie scheint. Achte auf helle Stellen und passe die Belichtung daran an. Eine kleine Belichtungsreihe hilft Dir, den besten Look zu finden.
Tipps zum Weißabgleich für die goldene Stunde
Übernimm die Kontrolle beim Weißabgleich. Denn Deine Kamera versucht oft, Licht neutral zu halten. Das kann die warmen Herbstfarben blass machen. Stelle den Weißabgleich (WB) von „Auto“ auf „Bewölkt“ oder „Schatten“. Diese Einstellungen sind für kühlere Lichtverhältnisse gedacht und heben warme Töne hervor. Wer im RAW Format fotografiert, kann den Weißabgleich, Farben und Kontraste später verlustfrei anpassen.
Die richtige Belichtung in der Herbstfotografie
Damit die Farben richtig knallig werden, ist eine korrekte Belichtung entscheidend. Wenn das Bild zu dunkel ist, wirken die Farben trist. Nutze die Belichtungskorrektur (+/- Symbol) und stelle sie auf einen leicht positiven Wert (z.B. +0.3 bis +0.7 EV), um die Farben strahlender wirken zu lassen.
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Nutze einen Polfilter für Deine Herbst Fotos
Ein Polfilter reduziert zudem Reflexionen auf Blättern und Wasser, steigert Sättigung und Kontrast und lässt den Himmel klarer erscheinen. Drehe ihn langsam, bis der gewünschte Effekt passt. Das ist Goldene Stunde Herbst in Bestform.
Nebel und Regen als Stimmungsmacher
Doch der Herbst ist nicht nur Goldlicht. Graue Tage? Perfekt! Entdecke, wie Du aus Regen und Nebel stimmungsvolle und einzigartige Fotos zauberst. Schluss mit tristen Bildern! Auch graue, neblige oder regnerische Tage bieten Dir unglaubliche Chancen für besondere Aufnahmen. Wir zeigen Dir, wie Du diese Atmosphäre meisterhaft einfängst.
Fotografieren bei Nebel mit dem richtigen Licht
Nebel ist ein natürlicher Weichzeichner. Er hüllt Landschaften in ein geheimnisvolles Licht und reduziert Ablenkungen im Hintergrund. Nutze ihn, um Motive hervorzuheben und eine magische, melancholische Stimmung zu erzeugen. Suche nach Einzelbäumen, Silhouetten oder Gebäuden, die aus dem Nebel ragen.
Die richtige Belichtung beim Fotografieren von Nebel
Kameras neigen in der Nebelsuppe zu knapper Belichtung. Deine Kamera könnte hier unterbelichten. Eine leichte Belichtungskorrektur ins Plus (+0.3 bis +0.7 EV) hellt Dein Bild auf und lässt den Nebel leuchtender erscheinen. Achte auf den Weißabgleich – “Bewölkt” oder “Schatten” können die oft kühle Nebelstimmung wärmer einfangen.
Spiegelungen einfangen
Regen verwandelt Straßen in Spiegel. Pfützen Spiegelungen inszenieren bekannte Motive neu. Geh tief runter und fotografiere auf Augenhöhe der Pfütze. Entscheide Dich bewusst für den Look. Du hast die Wahl: Willst Du einzelne Regentropfen sichtbar machen oder weiche Streifen erzeugen?
- Kurze Verschlusszeit (ca. 1/500s und kürzer): Friert Regentropfen ein.
- Lange Verschlusszeit (ca. 1/30s bis 1/2s): Lässt den Regen zu weichen Linien
Der richtige Kameraschutz in der Herbstfotografie
Feuchtigkeit ist der größte Feind Deiner Kamera. Schütze sie gut, damit Du lange Freude daran hast. Ein einfacher Regenschutz für die Kamera (gibt es günstig oder Du bastelst Dir einen aus einer Plastiktüte), eine Streulichtblende für das Objektiv und ein kleines Handtuch sind Must-haves.
Denk auch daran, dass Du ein kleines Stativ einpackst, damit Du bei langen Verschlusszeiten nicht Gefahr läufst, dass die Aufnahmen verwackeln.
Regen macht Farben oft satter. Schau nach Details wie tropfnassen Blättern, Spinnennetzen mit Tropfen oder farbigen Regenschirmen. So entstehen aus grauen Tagen echte Herbst Fotos mit Wow Effekt.
Stillleben für gemütliche Tage zu Hause
Wenn es draußen ungemütlich ist, wird das Wohnzimmer zum Studio. Stillleben Fotografie ist die perfekte Übung für den Herbststart. Ein gutes Stillleben erzählt eine kleine Geschichte und lebt von klarer Komposition. Ordne Deine Objekte bewusst an und nutze Prinzipien wie Goldener Schnitt oder Drittel Regel. Weniger ist oft mehr, reduziere Ablenkungen und konzentriere Dich auf das Wesentliche. Spiele mit Formen, Texturen und Farben. Wiederholungen und Kontraste geben Tiefe. Wechsle die Perspektive. Eine Vogelperspektive oder eine sehr tiefe Position kann überraschend spannend sein.
Fensterlicht Fotografie im Wohnzimmer
Beim Licht brauchst Du jedoch kein Studio. Natürliches Fensterlicht funktioniert hervorragend. Positioniere Deine Objekte in Fensternähe. Ein dünner Vorhang wirkt als Diffusor und macht das Licht weicher. Wenn Tageslicht fehlt, hilft eine Schreibtischlampe oder das Smartphone als Lichtquelle. Verschiebe die Lampe, bis die Schatten stimmen. Ein weißer Karton dient Dir hier auch als Reflektor.
Halte den ISO Wert möglichst niedrig (100-400) und wähle die Blende passend zur gewünschten Tiefe. Für weiches Bokeh eignet sich eine große Öffnung wie f/1.8 – f/4. Für durchgehende Schärfe arbeitest Du im Bereich f/8 – f/11.
Stillleben Fotografie mit tollen Motiven daheim
Als Motive eignen sich Dinge, die Du ohnehin zu Hause hast. Obst, alte Bücher, eine Tasse Kaffee, Blumen oder kleine Sammlerstücke. Als Hintergründe genügen Stoffe, Holz oder strukturierte Tapeten. So sammelst Du auch bei Regen konstruktive Herbstfotografie Erfahrungen.
Geh raus zu den ersten Verfärbungen, spiele mit Weißabgleich und Belichtungskorrektur und vergleiche Varianten direkt vor Ort. Nutze Nebel und Regen für besondere Stimmungen und verlege an grauen Tagen die Session nach drinnen. So startest Du gelassen in die neue Fotojahreszeit Herbst und sammelst starke Bilder vom ersten Blatt bis zum letzten Regentropfen.
Also, worauf wartest Du noch?
Auf die Plätze, fertig, Fotografieren!
Zusammenfassung: Tipps zum Fotografieren im Herbst
- Goldene Stunde nutzen für warme Farben und lange Schatten
- Gegenlicht und Seitenlicht wählen für leuchtende Blätter und Struktur
- Weißabgleich auf Bewölkt oder Schatten stellen für natürliche Wärme
- Belichtungskorrektur leicht ins Plus setzen für strahlende Herbstfarben
- Polfilter einsetzen gegen Reflexionen und für sattere Farben
- Nebel als natürlichen Weichzeichner nutzen und auf klare Silhouetten achten
- Bei Nebel Belichtung leicht anheben und Stimmung bewusst wärmer zeigen
- Regen für Spiegelungen in Pfützen nutzen und tief auf Augenhöhe fotografieren
- Tropfen einfrieren mit kurzen Zeiten oder weiche Linien mit längeren Zeiten und Stativ erzeugen
- Drinnen Stillleben gestalten mit klarer Komposition, Fensterlicht und einfachem Reflektor
- ISO möglichst niedrig halten und Blende passend zur gewünschten Tiefe wählen
- Praxis Check machen, Varianten vergleichen und die Ergebnisse vor Ort prüfen